Ich weiß nicht mehr, wann ich festgestellt habe, dass meine Beziehung zu meiner Mutter nicht die war, die man eine normale Beziehung zur Mutter nennen würde. Dass meine Gefühle für sie anders waren als bei vielen anderen Kindern zu ihrer Mutter. Erst mit dem eigenen Kind bin ich dahinter gekommen, was Mutterliebe eigentlich ist, was Mutterliebe bedeutet und wie eine Mutter vom Kind empfunden werden kann.
Mein Kind liebt mich, wie ich meine Mutter nie geliebt habe. Lange habe ich mir einzureden versucht, ich sei eine schlechte Mutter und meine Tochter könne ja gar nicht beurteilen, ob ich eine gute oder schlechte Mutter sei. So frei nach dem Motto: Jeder Hund liebt auch sein Herrchen, auch wenn das Herrchen böse ist.
Nein, so ist das nicht. Ich bin der lebende Beweis dafür, denn ich habe und ich hatte solche Gefühle nicht. Meine Gefühle für meine Mutter sind dauerhaft die der Abwehr. Ich musste Grenzen ziehen, ich musste sie abwehren, ich war der dauernden, nervenzehrenden Grenzüberschreitung ausgesetzt und liebevoll, nein, so kann man meine Gefühle nicht nennen. Eher: aushaltend, ertragend, ÜBERLEBEND.
Meine Tochter ist nun 11 und bedankt sich regelmäßig dafür, dass es sich so geborgen fühlen darf. Es interessiert sich für mich, es sucht meine Nähe, es lebt auch mal seine Pubi-Gefühle an mir aus, und das darf es, denn auch wenn mir manchmal die Nerven durchgehen, darf es sich sicher fühlen, dass ich es trotzdem liebe.
Nein, Kind liebt Mutter und Mutter liebt Kind. Da gibt es viele, viele Facetten. Ich darf mir zugestehen, doch nicht alles falsch gemacht zu haben in den letzten 11 Jahren.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen